Neubau erinnert 

“Unsere Neubauer Erinnerungskultur beruht auf Offenheit, Vielfalt und Demokratie. Wir leben diese Jahr für Jahr, indem wir u.a. Gedenkveranstaltungen und –spaziergänge finanziell unterstützen oder selbst aktiv initiieren. Informationstafeln im öffentlichen Raum machen auf Verfolgte und Vertriebene und deren Geschichte aufmerksam. Lernen wir aus der Vergangenheit für unsere Gegenwart.” - Bezirksvorsteher Markus Reiter

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Der Bezirk Neubau versteht Erinnerungskultur als aktive, demokratische und zukunftsgerichtete Praxis. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart, schafft Beziehungsräume im öffentlichen Raum und bildet eine Grundlage für das kulturelle Gedächtnis und die Identität des Bezirks. Erinnerung ist dabei kein bloßer Rückblick, sondern ein politischer Auftrag: Sie macht historische Gewaltverhältnisse sichtbar, sensibilisiert für die Zerbrechlichkeit von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit und stärkt gesellschaftliche Verantwortung.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Sichtbarmachung marginalisierter, verfolgter und verdrängter Gruppen. Durch Benennungen, Gedenktafeln, Denkmäler sowie künstlerische Interventionen werden jüdische Geschichte, die Verfolgung von Romnja und Sintizze, der Widerstand gegen den Nationalsozialismus sowie Opfer staatlicher Gewalt und rassistischer Diskriminierung erinnert. Orte wie der Platz der Menschenrechte, der Ruth-Klüger-Platz oder der Ceija-Stoijka-Platz stehen exemplarisch für eine Erinnerungskultur, die mahnt und Verantwortung einfordert.

 

Neubau setzt bewusst auf ein breites Formenspektrum zwischen dauerhaften erinnerungspolitischen Markierungen und temporären, zeitgenössischen Formaten. Kunst im öffentlichen Raum wird immer auch als politisches Medium verstanden, das Machtverhältnisse thematisiert, Ungerechtigkeiten kritisiert und widerständiges Denken ermöglicht. 

Ein zentraler Bestandteil der Neubauer Erinnerungskultur ist ihre feministische Perspektive. Der Bezirk wirkt aktiv der historischen Unsichtbarkeit von Frauen entgegen und würdigt ihre Leistungen als Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Menschenrechtlerinnen und Widerstandskämpferinnen. Diese Form der Erinnerung schafft Öffentlichkeit, verschiebt gesellschaftliche Grenzen und eröffnet Räume der Ermächtigung.

Erinnerungskultur in Neubau ist offen, inklusiv und nachhaltig. Sie lädt zur Teilhabe ein, bindet kommende Generationen ein und versteht sich als Verpflichtung, aus der Geschichte für eine gerechte, solidarische und menschenrechtsbasierte Zukunft zu lernen.

- Anna Babka, Vorsitzende der Kulturkommission

PROJEKTE

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Der neue Sophienpark in Neubau steht für moderne Erinnerungskultur: Er ist sieben historischen Frauen namens Sophie/Sofie gewidmet und macht weibliche Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar. Der Park verbindet Erholung mit historischem Bewusstsein und setzt ein Zeichen für Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit und die kritische Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit.

Mahnmal für die im NS-Regime ermordeten Rom*nja und Sinti*zze im Weghuberpark in Wien Neubau

Nach jahrelangem Einsatz ist ein wichtiger erinnerungspolitischer Schritt gelungen: Im Weghuberpark im 7. Bezirk wird ein Mahnmal für die im NS-Regime ermordeten Rom*nja und Sint*izze errichtet.

Diese Entscheidung ist das Ergebnis beharrlicher Arbeit zivilgesellschaftlicher Initiativen, der Volksgruppenvertretung sowie engagierter Akteur*innen. Der Volksgruppenbeirat der Roma und Vereine der Volksgruppe haben sich einstimmig für diesen Standort ausgesprochen. Mit der Umsetzung des lange geforderten Mahnmals ist nun der Nationalfonds betraut.

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Die Errichtung dieses Mahnmals ist mehr als ein symbolischer Akt: Sie ist ein klares Bekenntnis zur Sichtbarmachung der Verbrechen an Rom*nja und Sinti*zze sowie zur Anerkennung ihrer Geschichte als integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Gerade vor dem Hintergrund anhaltender Diskriminierung ist diese Form des öffentlichen Erinnerns von zentraler politischer Bedeutung.

Für den Bezirk Wien-Neubau und den Verein „Neubau erinnert“ bedeutet diese Entscheidung Auftrag und Verpflichtung zugleich. Erinnerungskultur wird hier als aktive, demokratische Praxis verstanden, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft und Räume für kritische Auseinandersetzung schafft.

Mit der Benennung des Ceija-Stojka-Platzes im Jahr 2014 – nach der Romnja, Holocaustüberlebenden, Künstlerin und Autorin Ceija Stojka – hat der Bezirk bereits ein wichtiges Zeichen gesetzt. Das geplante Mahnmal knüpft daran an und stärkt eine Erinnerungspolitik, die auf Anerkennung, Sichtbarkeit und Verantwortung basiert.

Die Wahl des Standorts in Wien-Neubau ist daher ein bedeutender Schritt – und ein klares Signal für eine solidarische und diskriminierungskritische Gesellschaft.

 

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Festival Fremde Erde

Mit dem Musikfestival FREMDE ERDE, das VIVA LA CLASSICA! in Kooperation mit Neubau erinnert, dem Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, PEN Austria und dem Exilarte Zentrum der mdw – durchführt, sollen jene Komponist:innen, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden, in der Öffentlichkeit bekannt gemacht und ihre Werke wieder zur Aufführung gebracht werden.

Ausstellung Ruth Klüger - Ceija Stojka

Ruth Klüger und Ceija Stojka wurden unerwartet zu wichtigen öffentlichen Stimmen – als Überlebende, Künstlerinnen und politische Stimmen. Beide wurden als Kinder mit ihren Müttern in Konzentrationslager deportiert und fanden in Worten ein Mittel zum Überleben. Klüger begann schon in Auschwitz zu dichten und wurde später Professorin in den USA. In der Ausstellung "Dichten ins Leben" wurden Gedichte, Texte und Bilder der beiden sichtbar gemacht

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Femizid Mahnmal (c) Yannick Chaumont

Femizid-Mahnmal 

Ni una menos – Nicht eine weniger

Femizide öffentlich sichtbar machen – ein wachsendes
Mahnmal

Ein gemeinsames Projekt der Bezirksvorstehung Neubau und SToP, Stadtteile ohne Partnergewalt

AKTUELLES PROGRAMM 

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Kulturbezirk Neubau – Kunst und Kultur im 7ten

Hermanngasse 24-26; 1070 Wien
Kontakt: post@bv07.wien.gv.at

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